Lichtblick-Gottesdienst 29.03.2020

Liebe Trauernde, leider muss der Lichtblick-Gottesdienst des Ambulanten Hospizdienstes Mutter Teresa am Sonntag, 29.03.2020 aufgrund der Infektionsgefahr durch das Coronavirus entfallen. Wir bedauern es aus tiefstem Herzen.

 

Durch die Gespräche mit Ihnen wissen wir, wie hilfreich diese Gottesdienste für Sie in Ihrer Trauer geworden sind. Nun möchten wir Ihnen sehr gerne die Texte und Gedanken, die wir für den Gottesdienst verfasst und zusammengestellt haben, auf diesem Wege zukommen lassen. Vielleicht hilft Ihnen der ein oder andere Gedanke / Impuls in dieser schwierigen Zeit ein wenig.

 

Natürlich stehen wir Ihnen gerne telefonisch zu Gesprächen zur Verfügung. Sie erreichen unsere Trauerbegleiterinnen unter der Mobilnummer 01590 3041358.

 

Wir wünschen Ihnen Gottes reichen Segen, Gesundheit, Hoffnung und Zuversicht in dieser besonderen Zeit.

 

Herzlichst,

Ihr Lichtblick-Gottesdienst Vorbereitungsteam

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„Aufbruch ins Leben“

Lied: „Meine Hoffnung und meine Freude“, GL 365

 

Begrüßung/Einführung

Liebe Trauernde,

herzlich willkommen zum Lichtblick-Gottesdienst, der heute unter der

Überschrift: „Aufbruch ins Leben“ steht.

 

Wahrscheinlich ist Ihnen das Gefühl, völlig am Boden zu liegen, nicht mehr

weiter zu können, schwach und hilflos zu sein, vielleicht sogar an den Rand

gedrängt und von den Mitmenschen übersehen zu werden, nur zu gut

vertraut.

Aber stellen Sie sich bitte einmal vor, da ist jemand, der nicht vorüber geht,

der Sie wahrnimmt, der Ihnen direkt ins Herz schaut und Ihre Not sofort

erkennt. Er geht auf Sie zu und fragt Sie: „Willst Du gesund werden?“ -

Willst Du aus der Tiefe deiner Trauer erlöst werden?

Wie würden Sie reagieren?

 

Genau das erlebt ein gelähmter Mann in Jerusalem als Jesus ihm begegnet.

38 Jahre liegt er schon hilflos und unbeachtet neben der Teichanlage

Betesda. Dem Wasser wird, wenn es in Bewegung gerät, heilende Wirkung

zugesprochen. Aber der Mann ist nie schnell genug, um in das Wasser zu

gelangen und so beschränkt sich sein ganzes Leben auf den kleinen Bereich

seines Krankenlagers.

 

Und dann spricht Jesus die erlösende Worte:

Steh auf, nimm deine Liege und geh!

Und das Wunderbare geschieht:

Der gelähmte Mensch kann tatsächlich aufstehen:

auf seinen Füßen stehen, sein Krankenlager nehmen und losgehen.

 

Gott richtet uns auf. Vor ihm dürfen wir aufrecht stehen.

Er schenkt uns Würde und Ansehen, weil er uns unendlich liebt.

Mit ihm können wir losgehen, uns auf den Weg machen auch mit dem,

was wir an Schwerem im Gepäck haben: mit unserer Trauer und unserem

Schmerz. Beides kann dann im wahrsten Sinn „erträglicher“ werden.

 

Der Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux hat im 12. Jahrhundert formuliert:

Der Herr zieht mit.
Er ist schon da!
Der dich getragen, geprägt, geführt und befreit hat.
Er ist schon dort.
Geh mit ihm.
Erfahr ihn, wie du es nie geglaubt.
Er ist schon dort.
Der dich in Ungeahntes, Neues führt.
Er ist schon dort.
Geh - du bist nicht verlassen.

Kyrie-Lied: „Meine engen Grenzen“; GL 437

Gebet

 


Evangelium

Joh, 5,1-9

 

Die Heilung eines Gelähmten an einem Fest in Jerusalem

 

Danach war ein Fest der Juden und Jesus ging hinauf nach

Jerusalem.

In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf

Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf Hebräisch Betesda.

In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und

Verkrüppelte. Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig

Jahre krank war.

Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon lange

krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden?

Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der

mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während ich

mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein.

Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Liege und geh!

Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Liege und ging.

 

Auslegung

Brief des Gelähmten an seine Schwester

 

Meine liebe Schwester Lydia,

 

mit großer Bestürzung habe ich vom Tode deines Mannes erfahren.

Viele Jahre seid ihr den Weg eures Lebens gemeinsam gegangen,

nun bist du allein.

 

Leider habe ich meinen Schwager nur kurz kennenlernen können.

Als du noch ein junges Mädchen warst, hat er dein Herz erobert,

und du bist ihm nach Spanien gefolgt, wo er als Kaufmann tätig war.

Da wir unsere Eltern schon früh verloren hatten, blieb ich allein in

Jerusalem zurück.

 

Du weißt, wie unterschiedlich unsere Wege sich entwickelt haben, ihr

habt eine Familie gegründet. Wie gerne hätte ich meine Nichten und

Neffen einmal gesehen! Ihr habt euch ein gutes Leben in Spanien

aufgebaut und euer Geschäft florierte.

 

Mich befiel diese heimtückische Krankheit und die Lähmungen wurden

immer schlimmer.

Meine einzige Hoffnung war der Teich Betesda.

So nah war ich ihm und konnte doch nicht hineingelangen.

 

Natürlich kennst du meine Geschichte. Jetzt, wo du um deinen Mann

trauerst, ergeht es dir vielleicht ähnlich wie mir damals.

Ich war am Boden, Heilung schien nicht mehr möglich, meine Hoffnung

wurde mit jedem Tag weniger.

 

Auch du wirst jetzt nicht wissen, wie es weitergehen soll. Ich hoffe und

bete, dass deine Familie, deine Freundinnen und Nachbarn für dich da

sind. Und doch – du wirst dich oft allein fühlen. Sie alle können dir in

ihrem gut gemeinten Trost und Bemühen den Lebenspartner nicht

ersetzen.

 

Für mich kam die Rettung und Heilung schließlich anders als erhofft.

Nicht das Wasser im Teich Betesda hat mich geheilt, sondern Jesus von

Nazareth. Er hat nicht drum herum geredet, ist nicht auf meine

Einwände eingegangen. „Willst du gesund werden?“ – „Steh auf, nimm

deine Liege und geh!“

 

Meine Liege habe ich heute, fast sieben Jahre später, immer noch. Sie

erinnert mich daran, was der Tiefpunkt meines Lebens war und daran,

wer mich gerettet hat.

 

Ich wünsche dir, dass du in dieser Zeit der Trauer immer wieder

Menschen triffst, die dir auf ihre eigene Art und Weise sagen „Steh auf!“

Vielleicht deine Enkelkinder mit ihrer Freude und Lebenslust. Vielleicht

Menschen, von denen du das gar nicht erwartet hättest.

 

Allerdings gibt es in der Trauer keine Wunderheilungen. Die Trauer ist

ein langer, mühsamer, schmerzhafter Weg. Immer wieder wirst du

aufstehen und am nächsten Tag wieder am Boden liegen. So wie mich

meine Liege, wird dich die Trauer von nun an begleiten. Sie ist ein Teil

von dir. Hoffentlich wird sie im Laufe der Jahre weniger brennend,

weniger bestimmend für dein Leben sein.

 

Habe ich dir eigentlich erzählt, wie es mit diesem Jesus von Nazareth

weitergegangen ist?

 

Kurz nach unserer Begegnung am Teich Betesda wurde er gefangen

genommen, zum Tode verurteilt und am Kreuz hingerichtet. Sieben

Wochen später verkündeten seine Anhänger überall, dass er lebe. Gott

habe ihn auferweckt… Unglaublich dachte ich zuerst. Aber… so wie er

mich gerettet hat, konnte Gott doch auch ihn retten. Ich bin zu den

Treffen dieser Gruppe gegangen. Mittlerweile werden sie „Christen“

genannt, weil sie glauben, dass Jesus der Christus, der Messias ist.

 

Nach einiger Zeit habe ich mich taufen lassen und bin jetzt selber

Christ. Wir glauben an die Auferstehung der Toten und das ewige

Leben.

 

Stell dir vor, wie schön das wäre, wenn wir uns alle nach dem Tod

wiedersehen würden!

Ich glaube aus ganzem Herzen an diesen Gott, der uns Menschen liebt,

mit einer Liebe, die auch nach dem Tod nicht endet. Sondern sich im

Gegenteil dann erst erfüllt.

Bestimmt gibt es in Spanien auch schon Christengemeinden.

Vielleicht kannst du einige Christen kennenlernen?

Ihr Glaube und ihre Gemeinschaft könnten dir Hoffnung und Trost

schenken.

Mich trägt dieser Glaube seither durchs Leben.

Immer noch höre ich die Stimme Jesu in meinem Kopf: „Steh auf!

Ich bete für dich und sende dir meine herzlichsten Grüße!

 

Gott segne dich!

 

Dein Bruder Silas

Daniela Reineke

 

Fürbitten

 

Du menschenfreundlicher Gott hast uns deinen Sohn Jesus gesandt.
Für ihn ist jeder Mensch wertvoll. Er geht an niemandem achtlos
vorüber. Zu ihm dürfen wir mit unseren Anliegen kommen:


V: Du Gott in unserer Mitte. A: Wir bitten dich erhöre uns.

 

Wir beten für die Menschen, die übersehen und nicht beachtet werden,
die einsam und krank sind: Stille ihre Sehnsucht nach Heil und Ansehen.

 

V: Du Gott in unserer Mitte. A: Wir bitten dich erhöre uns.

Wir beten für die Hoffnungslosen und Trauernden: Ermutige sie und
schicke ihnen Menschen, die sich mit Herz und Hand für sie einsetzen.

 

V: Du Gott in unserer Mitte. A: Wir bitten dich erhöre uns.

 

Wir beten für unsere Verstorbenen, die wir so sehr vermissen: Lass sie
aufgehoben sein in deiner unendlichen Liebe.

 

V: Du Gott in unserer Mitte. A: Wir bitten dich erhöre uns.

 

Wir beten für alle, die sich für die Menschen am Rand unserer
Gesellschaft einsetzen: Hilf ihnen deine Liebe zu bezeugen.

 

V: Du Gott in unserer Mitte. A: Wir bitten dich erhöre uns.

 

Wir beten für alle Corona-Erkrankten, für das Personal in den Kliniken
und Pflegeheimen, für die Menschen, die dazu beitragen, dass die
Versorgung für uns alle gesichert ist, für die Verantwortlichen in der
Politik und für alle, die unter Isolation und Ängsten leiden.


V: Du Gott in unserer Mitte. A: Wir bitten dich erhöre uns.


Barmherziger Gott in unserer Mitte, du weißt, was uns tief im Herzen
bewegt. Du weißt um unsere Trauer, Verlassenheit und um unser
Gelähmtsein. Richte uns auf. Hilf uns immer besser zu erkennen, dass
du uns liebst und begleitest, alle Tage unseres Lebens.

 

Lied: „Von guten Mächten“, GL 430

 

 

Vater unser            

 

Gebet

 

Komm steh auf, komm ins Leben, tritt ans Licht, ich bin da.
Sieh, mein Antlitz ist der Weg der Heilung.


Ich bin Raum für dich, du kannst stehen,
ich bin fester Grund, du kannst gehen.
Meine Sehnsucht ist weit zu dir ausgespannt
und mein Ja wird dir Heimat und fruchtbares Land.


Ich bin Atem für dich und Weite,
ich bin göttliche Vollmacht im Heute.
Meine Sehnsucht ist weit zu dir ausgespannt
und mein Ja wird dir Heimat und fruchtbares Land.


Ich, der gute Hirt', geh voran
biete dir meinen Mantel an.
Meine Sehnsucht ist weit zu dir ausgespannt
und mein Ja wird dir Heimat und fruchtbares Land.


Ich bin Klarheit und Licht, du kannst ruh'n,
was ich verheiße, das werde ich tun.
Meine Sehnsucht ist weit zu dir ausgespannt
und mein Ja wird dir Heimat und fruchtbares Land.

 

Lied: „Mögen die Straßen uns zusammen führen“, GL 795

 

Segen


Die Kraft wächst mit dem Weg
wenn du
Gott vertraust
seiner Zusage
glaubst
den nächsten Schritt
wagst


ohne zu ahnen
wohin der Weg führt
ohne zu wissen
wie das Ziel heißt
nur von Hoffnung
und Sehnsucht getrieben


dann wirst du
achtsam bleiben
wach mit allen Sinnen
suchen und sein
und dankbar für Zeichen und Worte
und staunen darüber


wie sich
Schritt für Schritt
ein Weg ergibt
sich das Ahnen verdichtet
der Boden trägt
und zum Quellgrund wird

____________________________________
____________________________________

Telefon:

 0176 47744989

 

02951 9726929

 

Fax:

02951 9726816

 

Telefon für trauernde Hinterbliebene:

 

01590 3041358

 

E-Mail:

info@hospizdienst-bueren.de

 

 

Sprechstunden

 

Montags

09:00 Uhr -

11:00 Uhr

in der

Caritas Sozialstation

St. Antonius

Bad Wünnenberg

Rosenstraße 10

-

Mittwochs

09:00 Uhr -

12:00 Uhr

im Hospiz-Büro
- Haus
Hueck-Fischersche Stiftung

Driburger Str. 12

 

Lichtenau

-

Donnerstags

09:00 Uhr -

12:00 Uhr

im Hospiz-Büro

Briloner Straße 9

Büren

 -

und nach Vereinbarung

 

 

 

____________

 

 

Termine für

 

ehrenamtlich

 

Mitarbeitende

 

im März

 

 

 

Dienstag,

 

03.03.2020

 

18:00 Uhr

 

 

Gedenk
Gottesdienst

 

 

 Jesuitenkirche

 

 Burgstr. 4

Büren

       

__________________

 

 

Donnerstag,

 

12.03.2020

 

 19:30 Uhr

 

 
Erfahrungs-
Bericht

"Hospiz-arbeit in Indien"

 

 

Fr. Stella Borgmeier

 

Hospizbüro

Büren

 

__________________

 

 

Abgesagt

Dienstag,

 

17.03.2020

 

 18:00 Uhr

 

 
Erfahrungs-
Bericht

"Hospiz-arbeit in Indien"

 

 

Fr. Stella Borgmeier


Pfarrheim St.Johannes
Salzkotten

 

__________________

 

 

Abgesagt
Montag,

 

23.03.2020

 

 18:00 Uhr

 

 

Supervision

 

Fr. Dr. Selbach

 

Pfarrheim St.Johannes
Salzkotten

__________________

 

 

Termine für

 

trauernde  

 

Menschen

im März:

 

 

 

Freitag,

 

06.03.2020

 

 15:00 Uhr

 

 

Trauercafé

 

 

Mutterhaus
der Franziska-nerinnen

Hauptpforte,
Paderborner
Strasse 7
Salzkotten

  

__________________

 

 

Abgesagt
Freitag,

 

20.03.2020

 

15:00 Uhr

 

 

Wanderung für Trauernde

 

 Bartholomäus
Kirche

 

 Marienplatz 4

Salzkotten-Verne

       

__________________

 

 

Abgesagt

Freitag,

 

27.03.2020

 

18:00 Uhr

 

 

Atempause

 

 

 Sakraments-kapelle

 

 Kapellenstr. 2

Büren

       

__________________

 

 

Abgesagt
Sonntag,

 

29.03.2020

 

15:00 Uhr

 

 

Lichtblick
Gottesdienst

 

 

 Jesuitenkirche

 

 Burgstr. 4

Büren

       

__________________

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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